Donnerstag, 30. September 2010

Bauwache


Während in der Stadt um Bäume Ringelreihen getanzt und mit Wasser rumgespritzt wird steht die MG 21 dem in Nichts nach: Die Jungs flexen schon den ganzen Mittag und in ihrem Eifer auch noch funktionierende Stromleitungen durch. Die Stichflamme und die aufsteigende Rauchwolke waren sehr beeindruckend, meine Terrarienlampen flackerten, der Flexer flog nach hinten und die Hauswand kokelte vor sich hin. Da standen sie dann erstmal ratlos herum um die Bescherung. Der sicher noch etwas zittrige Unglücksflexer telefonierte sofort. Die anderen sahen ertappt um sich. Ein Nachbar aus dem angekokelten Haus gab seinen Senf dazu. Die Straße abwärts war sicher ohne Strom, ich konnte noch zappen. Die wohl schlechtesten Bauarbeiter der Welt klopften hilflos mit ihren Hammern auf der Kokelstelle herum. Eine halbe Stunde später verabschiedete sich dann auch der Strom bei uns. Hatten die Idioten mit ihren Hammern noch mehr angerichtet? Meine Mitbewohnerin S. flucht. Sie wurde mitten im Telefonat unterbrochen. In Hausschlappen traben wir wie zwei alte Omas zum Tatort. S. sieht sehr böse aus, wenn sie kritisch guckt und der zittrige Flexer beendet auch sofort sein Telefonat. "Wann geht der Strom wieder", will ich wissen. "Stunde", grummelt der schlechteste Flexer der Welt. S. hakt nach: "Was ist denn passiert?" - "Die Leitung war wohl doch nicht tot." Ach nee.
Eine halbe Stunde später habe ich wieder Kontakt zur Außenwelt, Telefon, Fernseher und Internet. Gelernt zu haben scheinen die schlechtesten Bauarbeiter der Welt wohl nicht: jetzt bearbeiten sie die Kokelstelle mit einem Presslufthammer. Ich bleibe wachsam.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen